EL NIÑO 2026/2027: DER PAZIFIK ERWÄRMT SICH – DIE WELT BEREITET SICH VOR
Was ein aussergewöhnlich starker El Niño für Peru, Südamerika, Europa und die Schweiz bedeuten kann
24. September 2026 | Bücher für die Zukunft – Wasser kennt keine Grenzen
El Niño ist nicht mehr nur eine Möglichkeit.
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) bestätigte Anfang September 2026, dass sich El Niño fest etabliert hat und sich in den kommenden Monaten weiter verstärken dürfte.
Nach den Prognosen der WMO besteht eine nahezu 100-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass El Niño bis Februar 2027 anhält. Erwartet wird eine sehr starke Ausprägung, deren Höhepunkt gegen Ende des Jahres 2026 erreicht werden könnte.
Die aussergewöhnlich warmen Bedingungen im tropischen Pazifik können Niederschlags- und Temperaturmuster weltweit verändern und dadurch das Risiko von Überschwemmungen, Dürren und extremer Hitze in verschiedenen Regionen erhöhen.
Die US-amerikanische NOAA kommt zu einer ähnlichen Einschätzung. In ihrer Analyse vom 10. September 2026 bezifferte sie die Wahrscheinlichkeit eines sehr starken El Niño während Herbst und Winter 2026/27 auf der Nordhalbkugel auf mehr als 90 Prozent.
Im August erreichten die Abweichungen der Meeresoberflächentemperatur gegenüber dem langjährigen Mittel:
+1,8 °C in Niño 3.4
+2,5 °C in Niño 3
+3,4 °C in Niño 1+2
Die Region Niño 1+2 liegt unmittelbar vor der Westküste Südamerikas und ist deshalb für Peru und Ecuador von besonderer Bedeutung.
Die WMO prognostiziert für September bis November 2026 im Niño-3.4-Gebiet im Ensemble-Mittel eine saisonale Temperaturanomalie von rund +3,6 °C.
Das ist eine aussergewöhnliche Entwicklung.
Doch ein sehr starker El Niño bedeutet nicht, dass überall auf der Erde dieselben Folgen auftreten werden.
Andere Klimafaktoren – darunter die Bedingungen im Atlantik und im Indischen Ozean – können typische El-Niño-Effekte verstärken, abschwächen oder verändern.
WAS IST EL NIÑO?
Unter normalen Bedingungen treiben die Passatwinde warmes Oberflächenwasser im tropischen Pazifik in Richtung Westen.
Vor der Küste Südamerikas kann dadurch kälteres und nährstoffreiches Tiefenwasser aufsteigen.
Während eines El Niño verändert sich dieses System.
Die Passatwinde schwächen sich ab, aussergewöhnlich warmes Wasser breitet sich im zentralen und östlichen tropischen Pazifik aus und die Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre verändern sich.
Diese Veränderungen bleiben nicht über dem Meer.
Sie können grossräumige atmosphärische Zirkulationsmuster beeinflussen und damit Niederschlag und Temperatur in weit entfernten Regionen verändern.
El Niño ist deshalb nicht einfach „warmes Wasser vor Peru“.
Es handelt sich um eine grossräumige Veränderung des gekoppelten Systems von Ozean und Atmosphäre.
PERU: KÜSTEN-EL-NIÑO AUF ALARMSTUFE
Für Peru ist die Entwicklung besonders relevant.
Die peruanische Multisektorale Kommission ENFEN hielt in ihrem offiziellen Bericht vom 14. September 2026 den Status
„ALERTA DE EL NIÑO COSTERO“
aufrecht.
Nach Einschätzung von ENFEN könnte der Küsten-El-Niño mindestens bis Mitte des südamerikanischen Herbstes 2027 anhalten.
Für den Zeitraum September 2026 bis Januar 2027 besitzt die Kategorie „aussergewöhnlich“ derzeit die höchste Wahrscheinlichkeit.
Für Februar und März 2027 erwartet ENFEN weiterhin Bedingungen zwischen stark und aussergewöhnlich, bevor sich das Ereignis schrittweise abschwächen könnte.
Auch für den zentralen äquatorialen Pazifik – Niño 3.4 – erwartet ENFEN von September 2026 bis Januar 2027 einen sehr starken El Niño.
WAS KÖNNTE IN PERU PASSIEREN?
Peru ist ein besonders gutes Beispiel dafür, warum El Niño nicht einfach mit „mehr Regen“ übersetzt werden kann.
Die Auswirkungen können sich von Region zu Region stark unterscheiden.
Küste
Das aussergewöhnlich warme Meer kann die atmosphärischen Bedingungen entlang der Küste verändern.
ENFEN erwartet unter anderem sehr hohe Lufttemperaturen und in bestimmten Gebieten erhöhte Niederschlagswahrscheinlichkeiten.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der nördlichen und zentralen Küste.
Starke Niederschläge können das Risiko von:
Überschwemmungen, Erdrutschen, Murgängen („huaicos“), unterbrochenen Strassen und Schäden an Infrastruktur
erhöhen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Ereignisse an jedem Ort eintreten werden. Lokale Niederschlagsprognosen und Warnungen müssen laufend beobachtet werden.
Flüsse
Auch die Flüsse reagieren regional unterschiedlich.
ENFEN erwartet insbesondere im nördlichen Teil der pazifischen Wasserscheide erhöhte Abflüsse, vor allem ab November.
In anderen Teilen des Landes können dagegen normale oder unterdurchschnittliche Abflüsse auftreten.
Damit zeigt El Niño ein scheinbares Paradox:
Zu viel Wasser an einem Ort – zu wenig Wasser an einem anderen.
DAS MEER VERÄNDERT SICH
Die Erwärmung des Pazifiks betrifft auch die marinen Ökosysteme.
Wenn sich Temperatur, Strömungen und Nährstoffverfügbarkeit verändern, reagieren Fische und andere Meeresorganismen.
Einige Arten können ihre Verbreitungsgebiete verändern.
Andere halten sich in grösserer Tiefe auf.
Warmwasserarten können häufiger in Regionen auftreten, in denen normalerweise kühlere Bedingungen herrschen.
ENFEN erwartet beispielsweise Veränderungen bei der Verteilung der peruanischen Anchoveta und gleichzeitig das Auftreten verschiedener Arten, die mit wärmeren äquatorialen und ozeanischen Wassermassen verbunden sind.
Damit ist El Niño nicht nur ein Wetterphänomen.
Er kann Fischerei, Ernährung, Wirtschaft und ganze marine Ökosysteme beeinflussen.
LANDWIRTSCHAFT: WENN DAS WASSER ZUM RISIKO WIRD
Peru besitzt heute einen bedeutenden internationalen Agrarsektor.
Nach Angaben des peruanischen Landwirtschaftsministeriums erreichten die Agrarausfuhren 2025 einen Rekordwert von rund 15 Milliarden US-Dollar.
Peru exportierte im selben Jahr 540 landwirtschaftliche Produkte in 115 internationale Märkte.
Zu den mengenmässig wichtigen Produkten gehörten:
Avocados, Trauben, Heidelbeeren, Mandarinen und Mangos.
Auch Kaffee und Kakao gehören zur peruanischen Exportwirtschaft.
Ein extremes Klimaereignis kann diese Lieferketten auf verschiedenen Ebenen beeinflussen.
Eine Überschwemmung kann eine Plantage beschädigen.
Starker Regen kann Krankheiten und Bodenerosion begünstigen.
Ein Murgang kann eine Strasse blockieren.
Ein Lastwagen erreicht möglicherweise nicht rechtzeitig eine Verpackungsanlage.
Eine beschädigte Strasse kann verhindern, dass eine Ware den Hafen erreicht.
Andernorts kann das Problem genau umgekehrt sein:
zu wenig Wasser.
Dürre und Hitze können Pflanzen unter Stress setzen und Erträge beeinträchtigen.
So entsteht eine internationale Kette:
PAZIFIK → KLIMA → WASSER → LANDWIRTSCHAFT → STRASSE → HAFEN → SCHIFF → EUROPA → SCHWEIZ
SÜDAMERIKA: NICHT ÜBERALL GESCHIEHT DASSELBE
El Niño kann weite Teile Südamerikas beeinflussen, aber nicht auf dieselbe Weise.
Typische El-Niño-Muster können an der Pazifikküste von Peru und Ecuador erhöhte Niederschläge begünstigen.
Andere Gebiete des Kontinents können dagegen trockener werden.
Genau deshalb ist es wissenschaftlich problematisch, von „dem Wetter Südamerikas während El Niño“ zu sprechen.
Südamerika umfasst tropische Regenwälder, Wüsten, Hochgebirge, Küstenregionen und gemässigte Klimazonen.
Entscheidend ist daher nicht nur:
Wie stark wird El Niño?
Sondern:
Wo verändert sich der Regen?
Wo fehlt Wasser?
Wo fällt zu viel davon?
Und welche Ökosysteme und Wirtschaftszweige liegen dort?
PERU IST AUCH EIN BERGBAULAND
Hier entsteht eine zweite wichtige Verbindung zur Schweiz.
Peru produziert grosse Mengen an:
Kupfer, Gold, Zink, Silber, Blei und weiteren Metallen.
Nach Angaben des peruanischen Ministeriums für Energie und Bergbau erreichte die Kupferproduktion des Landes 2025 rund 2,77 Millionen Tonnen.
Bergbauprodukte bildeten zudem den weitaus grössten Anteil am Volumen der traditionellen peruanischen Exporte.
Kupfer ist für die moderne Wirtschaft besonders wichtig.
Es wird unter anderem benötigt für:
Stromnetze, Elektromotoren, Elektronik, Gebäude, Fahrzeuge und erneuerbare Energiesysteme.
Gold besitzt wiederum aufgrund des internationalen Edelmetallhandels und der Raffinerieindustrie eine besondere Verbindung zur Schweiz.
WAS HAT EL NIÑO MIT EINER MINE ZU TUN?
El Niño bedeutet nicht automatisch, dass eine Mine ihre Produktion einstellen muss.
Aber Bergbau funktioniert nicht isoliert.
Eine Mine benötigt Infrastruktur.
Menschen müssen ihren Arbeitsplatz erreichen.
Material muss transportiert werden.
Energie muss verfügbar sein.
Erz oder Konzentrate müssen über Strassen und andere Transportwege weiterbefördert werden.
Und vor allem:
Bergbau braucht Wasser.
Landwirtschaft braucht Wasser.
Gemeinden brauchen Wasser.
Ökosysteme brauchen Wasser.
Extrem veränderte Niederschläge können deshalb zusätzliche Risiken schaffen.
Bei starken Regenfällen können Strassen beschädigt oder durch Murgänge unterbrochen werden.
Bei Trockenheit können Nutzungskonflikte um verfügbare Wasserressourcen an Bedeutung gewinnen.
Deshalb sollte bei den Auswirkungen von El Niño auf Bergbauregionen nicht nur gefragt werden:
Wie viel Metall wird produziert?
Sondern auch:
Woher kommt das Wasser?
Welche Flüsse und Grundwassersysteme werden genutzt?
Was passiert bei extremem Regen?
Was passiert bei Wassermangel?
Welche Gemeinden und Ökosysteme teilen diese Wasserressourcen?
Wie gelangt das Metall zum Hafen?
VON DEN ANDEN BIS NACH EUROPA
Die Reise eines Rohstoffs zeigt, wie eng die Weltwirtschaft miteinander verbunden ist.
Ein Metall kann seine Reise hoch in den Anden beginnen.
Es wird gewonnen und verarbeitet.
Danach muss es transportiert werden.
Es passiert Strassen und Logistikkorridore.
Es erreicht einen Hafen.
Es überquert einen Ozean.
Es gelangt in internationale Handels- und Verarbeitungsketten.
Am Ende kann es Bestandteil eines Kabels, eines Gebäudes, eines Fahrzeugs, eines elektronischen Gerätes oder einer Energieanlage in Europa sein.
Ein Naturereignis muss deshalb keine europäische Fabrik treffen, um eine europäische Lieferkette zu beeinflussen.
Es kann bereits vorher einen kritischen Punkt treffen.
ANDEN → WASSER → MINE → STRASSE → HAFEN → WELTHANDEL → EUROPA → SCHWEIZ
UND EUROPA?
Bei den direkten meteorologischen Auswirkungen müssen wir vorsichtig sein.
El Niño bestimmt nicht automatisch, ob Europa einen warmen, kalten, trockenen oder nassen Winter erleben wird.
MeteoSchweiz weist darauf hin, dass die Verbindung zwischen El Niño und dem europäischen Niederschlagsregime vergleichsweise schwach ist.
Das europäische Winterwetter wird wesentlich durch die Nordatlantische Oszillation (NAO) beeinflusst.
Unter bestimmten atmosphärischen Bedingungen kann ein El-Niño-Signal in Europa deutlicher sichtbar werden. Grosse Teile Europas können jedoch gleichzeitig nur schwach oder gar nicht darauf reagieren.
Es wäre deshalb heute wissenschaftlich nicht gerechtfertigt zu behaupten:
„El Niño wird in der Schweiz einen extrem nassen Winter verursachen.“
Oder:
„El Niño wird in der Schweiz einen warmen Winter verursachen.“
Dafür gibt es keine ausreichende Grundlage.
SCHWEIZ: DER WICHTIGSTE EFFEKT MUSS NICHT AM HIMMEL SICHTBAR SEIN
Für die Schweiz wird die Geschichte besonders interessant.
MeteoSchweiz hält fest, dass der direkte Einfluss von ENSO auf das Schweizer Klima generell gering ist.
Aber das bedeutet nicht, dass ein sehr starker El Niño für die Schweiz bedeutungslos ist.
Die Schweiz ist eng in globale Handels- und Lieferketten eingebunden.
Lebensmittel, Rohstoffe und industrielle Vorprodukte legen Tausende Kilometer zurück, bevor sie bei uns ankommen.
Damit kann El Niño die Schweiz auch auf einem anderen Weg erreichen:
über die Weltwirtschaft.
Wenn Extremniederschläge, Überschwemmungen, Erdrutsche oder Dürren wichtige Produktionsregionen treffen, können sie:
Ernten beeinträchtigen,
Transportwege unterbrechen,
Häfen und Logistik belasten,
Bergbauaktivitäten erschweren
oder internationale Warenströme verändern.
WAS KÖNNTE DAS FÜR LEBENSMITTEL IN DER SCHWEIZ BEDEUTEN?
Südamerika liefert zahlreiche Lebensmittel für den internationalen Markt.
Dazu gehören unter anderem:
Kaffee, Kakao, Früchte, Avocados, Trauben, Mangos und weitere Agrarprodukte.
El Niño bedeutet nicht automatisch, dass diese Produkte in der Schweiz knapp werden.
Internationale Händler können Lieferländer wechseln.
Ernten können in einer Region schlecht und in einer anderen gut ausfallen.
Lagerbestände können Schwankungen ausgleichen.
Auch Wechselkurse, Energiepreise und Transportkosten spielen eine Rolle.
Aber wenn wichtige Produktionsregionen gleichzeitig von ungünstigen Wetterbedingungen betroffen sind, können geringere Ernten oder logistische Probleme zu:
Lieferverzögerungen, Veränderungen der Handelsströme und Preisschwankungen
beitragen.
Deshalb verfolgen internationale Lebensmittelmärkte ENSO-Ereignisse sehr genau.
UND WAS IST MIT KUPFER, GOLD UND ANDEREN METALLEN?
Hier liegt eine weitere mögliche Verbindung zur Schweiz.
Peru gehört zu den bedeutenden Produzenten verschiedener Metalle.
Eine Unterbrechung einer einzelnen Mine würde nicht automatisch eine globale Rohstoffknappheit verursachen.
Aber ein sehr starkes Klimaereignis kann ein zusätzlicher Risikofaktor für Produktions- und Transportketten sein.
Besonders interessant ist dabei der Weg des Goldes.
Die Schweiz spielt seit Jahrzehnten eine bedeutende Rolle im internationalen Handel und in der Raffination von Gold.
Damit entsteht eine Verbindung, die auf einer Landkarte kaum sichtbar ist:
Ein Fluss in Peru kann Teil derselben wirtschaftlichen Geschichte sein wie ein Goldprodukt in der Schweiz.
Nicht weil das Wasser selbst bis in die Schweiz fliesst.
Sondern weil die Rohstoffe, deren Gewinnung und Transport von diesem Wasser und dieser Landschaft abhängen, Teil internationaler Lieferketten sind.
WERDEN DIE PREISE IN DER SCHWEIZ STEIGEN?
Das können wir heute nicht seriös vorhersagen.
Ein sehr starker El Niño bedeutet nicht automatisch höhere Lebensmittel- oder Metallpreise in der Schweiz.
Preise hängen von vielen Faktoren ab:
weltweite Produktion, Lagerbestände, alternative Lieferländer, Nachfrage, Energiepreise, Wechselkurse, Transportkosten und Handelsverträge.
El Niño ist daher kein Beweis für zukünftige Preissteigerungen.
Er ist ein zusätzlicher Risikofaktor, den Unternehmen, Behörden, Versicherungen und internationale Organisationen berücksichtigen.
EL NIÑO UND KLIMAWANDEL SIND NICHT DASSELBE
Eine weitere wichtige Unterscheidung:
El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen.
Es existierte lange bevor der menschengemachte Klimawandel begann.
Der heutige Klimawandel ist dagegen hauptsächlich das Ergebnis der zunehmenden Konzentration von Treibhausgasen durch menschliche Aktivitäten.
Beide Phänomene können jedoch gleichzeitig wirken.
El Niño kann die globale Durchschnittstemperatur zeitweise zusätzlich erhöhen, während sich das Ereignis heute in einem bereits deutlich erwärmten Klimasystem entwickelt.
Deshalb betrachten Wissenschaftler El Niño nicht isoliert.
WIE KÖNNEN WIR UNS VORBEREITEN?
Die wichtigste Botschaft lautet nicht:
Angst haben.
Sondern:
Frühzeitig handeln.
Die WMO erklärte am 23. September 2026 ausdrücklich, dass jetzt gehandelt werden müsse, um Gesundheitsrisiken durch Hitze, Überschwemmungen und Dürren zu begrenzen.
Frühwarnung schafft Zeit.
In überschwemmungsgefährdeten Regionen bedeutet Vorbereitung beispielsweise:
Dächer und Abflüsse kontrollieren,
Entwässerungssysteme freihalten,
Warnmeldungen verfolgen,
Evakuierungswege kennen,
wichtige Dokumente schützen,
Trinkwasser sicher lagern
und besonders gefährdete Personen berücksichtigen.
In Regionen mit erhöhtem Dürrerisiko sind andere Massnahmen erforderlich:
Wasserquellen schützen,
Wasserverluste reduzieren,
Wasser sicher speichern
und Landwirtschaft sowie Versorgung frühzeitig anpassen.
Für Peru ist es besonders wichtig, die aktuellen Mitteilungen von ENFEN und die Warnungen der zuständigen meteorologischen und hydrologischen Behörden zu verfolgen.
Die Situation kann sich während der kommenden Monate weiter verändern.
WASSER KENNT KEINE GRENZEN
El Niño macht etwas sichtbar, das wir im Alltag häufig vergessen:
Unser Planet funktioniert als verbundenes System.
Ein ungewöhnlich warmer Ozean kann die Atmosphäre verändern.
Die Atmosphäre verändert den Regen.
Der Regen verändert Flüsse.
Flüsse beeinflussen Landwirtschaft und Ökosysteme.
Wasser beeinflusst Bergbau und Energie.
Eine Überschwemmung kann eine Strasse unterbrechen.
Eine unterbrochene Strasse kann einen Export verzögern.
Und eine Veränderung, die Tausende Kilometer entfernt beginnt, kann schliesslich auch Europa und die Schweiz erreichen.
Nicht unbedingt als Regen.
Vielleicht als Kaffee.
Vielleicht als Kakao.
Vielleicht als Frucht.
Vielleicht als Kupfer.
Vielleicht als Gold.
Das Wasser selbst muss keine Grenze überqueren, damit unsere Länder miteinander verbunden sind.
Genau deshalb kennt Wasser keine Grenzen.
BÜCHER FÜR DIE ZUKUNFT
Literatur · Umweltbildung · Verantwortung
WASSER KENNT KEINE GRENZEN
LESEN · ENTDECKEN · HANDELN
Weitere Informationen und unsere Umwelt- und Bildungsprojekte:
Stand der Informationen: 24. September 2026. Prognosen über El Niño und seine regionalen Auswirkungen werden laufend aktualisiert. Erwartete Auswirkungen sind Wahrscheinlichkeiten und Risikoszenarien und keine Garantie dafür, dass ein bestimmtes Extremereignis an einem bestimmten Ort eintreten wird.
QUELLEN
World Meteorological Organization (WMO), 3. September 2026
El Niño set to become very strong, raising risks of extreme weather into 2027.
Die WMO bestätigt einen fest etablierten El Niño, eine nahezu 100-prozentige Wahrscheinlichkeit seines Fortbestehens bis Februar 2027 und eine erwartete sehr starke Intensität.
WMO – Global Seasonal Climate Update, September–November 2026
Multi-Modell-Prognosen und erwartete Entwicklung von Niño 3.4.
https://wmo.int/resources/publication-series/global-seasonal-climate-updates/gscu-son2026
NOAA Climate Prediction Center, 10. September 2026
ENSO Diagnostic Discussion.
Mehr als 90 % Wahrscheinlichkeit eines sehr starken Ereignisses; Messwerte der Niño-Regionen.
https://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/analysis_monitoring/enso_advisory/ensodisc.html
ENFEN Peru, Comunicado Oficial N.º 16-2026, 14. September 2026
Offizieller Status „Alerta de El Niño Costero“, Prognosen für Peru und den Küsten-El-Niño.
https://enfen.imarpe.gob.pe/download/comunicado-oficial-enfen-n-16-2026/
MeteoSchweiz – El Niño: das besondere Klimaphänomen im tropischen Pazifik
Erklärung von El Niño sowie Einordnung der schwachen direkten Verbindung zu Europa.
MeteoSchweiz – CH2018 Technical Report
Einordnung des generell geringen direkten ENSO-Einflusses auf das Schweizer Klima.
Ministerio de Desarrollo Agrario y Riego del Perú (MIDAGRI), 9. Februar 2026
Offizielle Daten zu den peruanischen Agrarausfuhren 2025.
SENASA / MIDAGRI Peru, 6. Januar 2026
Offizielle Angaben zu 540 Agrarprodukten, 115 Exportmärkten und wichtigen Exportfrüchten.
Ministerio de Energía y Minas del Perú (MINEM), 11. März 2026
Offizielle Bergbaudaten 2025, darunter rund 2,77 Millionen Tonnen Kupferproduktion.
Instituto Nacional de Estadística e Informática del Perú (INEI), 13. Februar 2026
Offizielle Exportstatistik 2025 zu Bergbau- und Agrarprodukten.
World Meteorological Organization, 23. September 2026
Act now to limit health risks of El Niño.
Aktuelle WMO-Empfehlung zur Vorbereitung auf Hitze, Überschwemmungen und Dürren.
https://wmo.int/media/news/act-now-limit-health-risks-of-el-nino