Natur & Zukunft | Schweiz · Wetter & Natur
28. August 2026
Von Francisco Cantuarias Rey
Bücher für die Zukunft
Am Freitagmorgen, 28. August 2026, zog eine kräftige Gewitterfront über Teile der Schweiz. Sie brachte Starkregen, Sturmböen, zahlreiche Blitze und teilweise aussergewöhnlich grossen Hagel.
Besonders betroffen waren auch Gebiete im Kanton Zürich.
Nach Angaben von SRF Meteo zogen die Gewitter vom Jura in Richtung Nordostschweiz. Lokal wurden Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu etwa sechs Zentimetern beobachtet. Während des Unwetters wurden schweizweit rund 46'000 Blitze registriert.
Im Kanton Zürich führte das Unwetter innerhalb kurzer Zeit zu zahlreichen Notrufen und Einsätzen von Feuerwehr und Rettungsdiensten.
Besonders im Raum Winterthur hinterliess der Hagel sichtbare Spuren. Fahrzeuge, Fenster und Dächer wurden beschädigt, Äste brachen ab und Bäume stürzten um. Die Stadt Winterthur berichtete von Hagelkörnern, die teilweise ungefähr die Grösse von Tischtennisbällen erreichten.
Auch Menschen wurden verletzt.
Das Ereignis zeigt eindrücklich, wie schnell sich die Wetterlage verändern kann und welche Kraft in einem Gewitter steckt.
Hagel entsteht in kräftigen Gewitterwolken.
Starke Aufwinde transportieren Wassertropfen in sehr kalte Bereiche der Wolke. Dort gefrieren sie.
Solange die Luftströmungen stark genug sind, können die kleinen Eiskörner innerhalb der Wolke wieder nach oben getragen werden. Dabei können sich weitere Schichten aus Wasser und Eis anlagern.
Das Hagelkorn wächst.
Irgendwann wird es so schwer, dass die Aufwinde es nicht mehr in der Wolke halten können.
Dann fällt es zur Erde.
Ein Hagelkorn, das wir nach einem Gewitter auf dem Boden finden, erzählt uns deshalb gewissermassen eine Geschichte darüber, was sich zuvor mehrere Kilometer über unseren Köpfen abgespielt hat.
Nach aussergewöhnlichen Wetterereignissen stellt sich schnell die Frage:
War das der Klimawandel?
Bei dieser Frage ist wissenschaftliche Vorsicht wichtig.
Ein einzelnes Hagelereignis kann nicht für sich allein beweisen, dass der Klimawandel seine Ursache war.
Um Veränderungen des Hagelrisikos zu untersuchen, analysieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler langfristige Entwicklungen, meteorologische Bedingungen, Häufigkeiten und Intensitäten solcher Ereignisse.
Hagel gehört in der Schweiz bereits heute zu den bedeutenden Naturgefahren. Die nationalen Hagelgefährdungskarten helfen dabei, das Risiko regional besser einzuschätzen und mögliche Hagelkorngrössen statistisch zu bestimmen.
Forschen bedeutet deshalb auch, nicht vorschnell eine Antwort zu geben.
Beobachten. Fragen stellen. Daten untersuchen. Zusammenhänge verstehen.
Ein heftiges Gewitter kann sehr schnell entstehen. Deshalb ist es wichtig, Wetterwarnungen ernst zu nehmen und zuerst an die Sicherheit von Menschen zu denken.
Schutz in einem Gebäude suchen.
Bei starkem Hagel sollten wir uns möglichst nicht im Freien aufhalten.
Abstand von Fenstern und Glasflächen halten.
Grosse Hagelkörner können Glas beschädigen oder zerbrechen.
Nicht unter Bäumen Schutz suchen.
Bei Gewittern können Äste abbrechen und Blitze eine zusätzliche Gefahr darstellen.
Den Kopf schützen.
Wer überraschend von Hagel getroffen wird und nicht sofort ein Gebäude erreichen kann, sollte besonders Kopf und Gesicht schützen und möglichst rasch einen sicheren, überdachten Ort aufsuchen.
Nicht für Gegenstände nach draussen gehen.
Ein Auto, Gartenmöbel oder andere Gegenstände können ersetzt oder repariert werden. Menschen sollten sich nicht während eines schweren Hagelsturms in Gefahr bringen, um Sachwerte zu schützen.
Offizielle Wetterwarnungen beachten.
Vor und während eines Unwetters können aktuelle Warnungen und Hinweise der zuständigen Behörden wichtige Informationen liefern.
Nach dem Gewitter aufmerksam bleiben.
Beschädigte Bäume, lose Äste, Glasscherben, überflutete Bereiche oder andere Schäden können auch nach dem Ende des Unwetters noch gefährlich sein.
Ein Gewitter kann nur wenige Minuten dauern und trotzdem eine Landschaft oder eine Stadt innerhalb kürzester Zeit verändern.
Solche Ereignisse können erschrecken.
Sie können aber auch unsere Neugier wecken.
Warum produziert ein Gewitter Hagel und ein anderes nicht?
Wie kann ein Hagelkorn mehrere Zentimeter gross werden?
Wie können sich Städte und Gebäude besser vor Hagel schützen?
Was machen Tiere während eines schweren Gewitters?
Und verändern sich solche Naturereignisse langfristig?
Das sind Fragen, mit denen Forschung beginnt.
Bei Bücher für die Zukunft möchten wir Kinder und Erwachsene dazu ermutigen, Natur nicht nur zu betrachten, sondern Fragen zu stellen und nach verlässlichen Antworten zu suchen.
Eine Nachricht kann eine Frage auslösen.
Eine Frage kann Neugier wecken.
Neugier kann zu Wissen führen.
Und Wissen kann uns helfen, verantwortungsvoller zu handeln.
Die Natur zu verstehen bedeutet auch, zu lernen, mit ihr zu leben und zu wissen, wie wir handeln können, wenn sie ihre Kraft zeigt.
Francisco Cantuarias Rey
Autor und Projektverantwortlicher
Bücher für die Zukunft
Literatur · Umweltbildung · Verantwortung
SRF Meteo, 28. August 2026 – Informationen zum Gewitterzug über die Schweiz, zu Hagel, Sturmböen und Blitzaktivität.
Schutz & Rettung Zürich / Stadt Zürich, 28. August 2026 – Informationen zu Notrufen und Einsätzen während des Unwetters im Kanton Zürich.
Stadt Winterthur, 28. August 2026 – Informationen zu Hagel, Schäden und Auswirkungen des Unwetters in Winterthur.
Bundesamt für Landestopografie / Naturgefahren Schweiz, 6. Juli 2026 – Informationen zu den aktualisierten Hagelgefährdungskarten der Schweiz.
MeteoSchweiz / NCCS – Hagelklima Schweiz – Wissenschaftliche Grundlagen zu Hagel und Hagelgefährdung in der Schweiz.