Hitzesommer 2026 in der Schweiz: Naturschutzgebiete unter Druck – Renaturierung zeigt Wirkung

Natur · Schweiz · Moore · Biodiversität · Klimawandel · Naturschutz

Der Sommer 2026 hat die Natur in der Schweiz vor aussergewöhnliche Herausforderungen gestellt. Extreme Hitze und anhaltende Trockenheit haben Wälder, Flüsse, Seen und besonders empfindliche Feuchtgebiete belastet.

Doch ausgerechnet in einigen Naturschutzgebieten zeigt sich auch eine wichtige positive Entwicklung: Dort, wo Moore bereits renaturiert wurden, konnte Wasser länger in der Landschaft gehalten werden.

Die Natur steht unter Druck – aber gezielter Naturschutz kann tatsächlich etwas bewirken. (Pro Natura)

Ein aussergewöhnlich heisser und trockener Schweizer Sommer

Der Sommer 2026 gehört zu den extremsten der jüngeren Schweizer Klimageschichte. MeteoSchweiz berichtete Ende August, dass die Monate Juni bis August voraussichtlich die heissesten seit Messbeginn werden und damit sogar den Hitzesommer 2003 übertreffen könnten. (MeteoSchweiz)

Die Folgen waren in vielen Teilen des Landes sichtbar.

Waldbäume verfärbten sich teilweise bereits im Juli braun. Gewässer erreichten sehr niedrige Wasserstände. Flüsse wurden wärmer und führten weniger Wasser. Auch die Waldbrandgefahr stieg. (Bundesamt für Umwelt)

Besonders empfindlich reagieren jedoch Lebensräume, die unbedingt Wasser benötigen:

die Moore.

Rothenthurm: So trocken wie seit Jahren nicht

In der Moorlandschaft Rothenthurm am Fuss der Schwyzer Berge wurden die Folgen besonders deutlich.

Bastien Amez-Droz, Projektleiter Schutzgebiete und Moore bei Pro Natura, betreut die Moore dort seit 2009. Nach Angaben der Naturschutzorganisation hat er die Gebiete in dieser Zeit noch nie so trocken erlebt wie im Sommer 2026. (Pro Natura)

Moore sind besondere Ökosysteme. Wasser bestimmt ihre Entwicklung und ermöglicht spezialisierten Pflanzen und Tieren das Überleben.

Wenn ein Moor austrocknet, verändert sich deshalb nicht einfach nur die Landschaft. Ein ganzer Lebensraum gerät aus dem Gleichgewicht.

Doch dann zeigte sich etwas Entscheidendes

In Rothenthurm gab es gleichzeitig eine Beobachtung, die Hoffnung macht.

Bereiche des Moores waren in der Vergangenheit regeneriert worden, um ihre Fähigkeit zur Wasserspeicherung wiederherzustellen.

Und genau diese Flächen waren trotz der extremen Bedingungen Mitte August noch feucht. (Pro Natura)

Das ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was Renaturierung bewirken kann.

Statt Wasser möglichst schnell aus einer Landschaft abzuleiten, versucht die Moorregeneration, den natürlichen Wasserhaushalt wiederherzustellen.

Dadurch kann Wasser länger im Ökosystem bleiben – gerade in trockenen und heissen Perioden ein entscheidender Vorteil.

Auch im Balmoos sank der Wasserspiegel deutlich

Ähnliche Auswirkungen des Hitzesommers wurden im Hochmoor Balmoos im Kanton Luzern beobachtet.

Dort lag der Wasserstand zeitweise etwa 15 bis 20 Zentimeter unter dem Normalwert.

Auch hier hatten zuvor durchgeführte Regenerationsarbeiten jedoch dazu beigetragen, die Folgen der Trockenheit abzumildern. (ref.ch)

Damit erzählen diese Naturschutzgebiete nicht nur eine Geschichte über die Folgen extremer Hitze.

Sie erzählen auch eine Geschichte darüber, dass Schutzmassnahmen funktionieren können.

Warum Moore so wertvoll sind

Moore wirken auf den ersten Blick vielleicht unscheinbarer als grosse Wälder, Berge oder Seen.

Ökologisch sind sie jedoch aussergewöhnliche Lebensräume.

Sie bieten spezialisierten Pflanzen, Insekten, Amphibien und Vögeln Lebensraum. Gleichzeitig speichern intakte Moore Wasser und organischen Kohlenstoff und erfüllen damit wichtige Funktionen innerhalb unserer Landschaft.

Ihre Zukunft hängt wesentlich von ihrem Wasserhaushalt ab.

Wenn ein Moor entwässert oder über längere Zeit zu trocken wird, können sich seine natürlichen Eigenschaften und seine Artenzusammensetzung verändern.

Deshalb bedeutet Moorschutz gleichzeitig Artenschutz, Klimaschutz und Schutz eines wertvollen Ökosystems.

Die wichtigste Botschaft: Wir können etwas tun

Nachrichten über Hitze, Trockenheit und Klimaveränderungen können schnell den Eindruck vermitteln, dass Menschen kaum noch etwas verändern können.

Die Erfahrungen aus den Schweizer Moorgebieten zeigen jedoch etwas anderes.

Renaturierung kann einen messbaren Unterschied machen.

Wir können zerstörte Natur nicht einfach von heute auf morgen wiederherstellen. Aber wir können Bedingungen schaffen, unter denen sich Ökosysteme erholen und widerstandsfähiger werden können.

Genau deshalb sind Schutzgebiete und Renaturierungsprojekte so wichtig.

Sie schützen nicht nur die Natur von heute.

Sie helfen dabei, Lebensräume auf die Bedingungen von morgen vorzubereiten.

Natur verstehen – und Verantwortung übernehmen

Für Bücher für die Zukunft ist diese Nachricht besonders wichtig.

Unser Bildungsprojekt verbindet Literatur, Natur, Umweltbildung, Wissenschaft und Verantwortung. Ausgangspunkt ist die illustrierte Kinder- und Jugendnovelle „Wenn Träume Wirklichkeit werden“ von Francisco Cantuarias Rey, Autor, Projektinitiator und Projektleitung von Bücher für die Zukunft.

Kinder und Jugendliche sollen Natur nicht nur kennenlernen.

Sie sollen verstehen, dass alles miteinander verbunden ist:

Wasser, Pflanzen, Tiere, Boden, Klima – und unser eigenes Handeln.

Deshalb folgt Bücher für die Zukunft einem einfachen Bildungsweg:

LESEN → FRAGEN → FORSCHEN → DISKUTIEREN → IDEEN ENTWICKELN → GEMEINSAM HANDELN

Zukunftsteam: Was können wir selbst verändern?

Auch für das Zukunftsteam ist die Geschichte der Schweizer Moore ein gutes Beispiel.

Eine grosse Veränderung beginnt nicht immer mit einer riesigen Idee.

Sie kann mit einer einfachen Frage beginnen:

Warum trocknet dieser Lebensraum aus?

Dann folgen weitere Fragen:

Woher kommt sein Wasser?

Welche Tiere und Pflanzen leben dort?

Was passiert, wenn das Wasser verschwindet?

Und was könnten Menschen tun, damit es in der Landschaft bleibt?

Genau daraus können Recherche, Diskussionen und eigene Ideen entstehen.

Das Zukunftsteam von Bücher für die Zukunft möchte Kinder und Jugendliche dazu ermutigen, hinzusehen, Fragen zu stellen und gemeinsam eigene Projekte und Lösungen zu entwickeln.

Eine Frage für unsere jungen Naturforscherinnen und Naturforscher

Wenn ihr einen Lebensraum in eurer Umgebung schützen oder wiederherstellen könntet – welchen würdet ihr auswählen und warum?

Einen Bach?

Einen Wald?

Eine Blumenwiese?

Einen Teich?

Oder vielleicht ein Moor?

Schaut euch eure Umgebung an.

Denn Naturschutz beginnt oft dort, wo jemand etwas entdeckt, das es wert ist, geschützt zu werden.


Bücher für die Zukunft

Bücher für die Zukunft
Literatur · Umweltbildung · Natur · Wissenschaft · Verantwortung

„Wenn Träume Wirklichkeit werden“
Illustrierte Kinder- und Jugendnovelle von Francisco Cantuarias Rey

Zukunftsteam – Gemeinsam Ideen verwirklichen

Projektleitung: Francisco Cantuarias Rey

Weitere Informationen über Natur, Tiere, Wissenschaft, das Bildungsprojekt, Lernmaterialien und das Zukunftsteam:

www.buecherfuerdiezukunft.ch

Quellen

Die aktuellen Beobachtungen aus Rothenthurm und weiteren Schweizer Naturschutzgebieten stammen von Pro Natura. Die Angaben zur aussergewöhnlichen Hitze und Trockenheit des Sommers 2026 werden zusätzlich durch MeteoSchweiz, das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL gestützt. (Pro Natura)

Originalbericht von Pro Natura

Informationen des BAFU zum Sommer 2026

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