NEWS · NATUR & ZUKUNFT
2. September 2026
Was passiert, wenn ein Fluss, der vor mehr als hundert Jahren eingeengt wurde, wieder Platz bekommt? Im Zürcher Limmattal soll genau das geschehen. Mit dem Projekt «Lebendige Limmat» will der Kanton Zürich neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen und gleichzeitig Menschen besser vor Hochwasser, Hitze und Trockenheit schützen.
Flüsse sind viel mehr als Wasser, das von einem Ort zum anderen fliesst.
Ein natürlicher Fluss verändert sich. Er transportiert Kies und Sand, bildet flache und tiefe Stellen, lässt Inseln entstehen und schafft an seinen Ufern immer wieder neue Lebensräume.
Genau diese Vielfalt ist für viele Tiere und Pflanzen entscheidend.
Doch die Limmat wurde vor mehr als hundert Jahren kanalisiert. Dadurch gingen im Wasser und an Land zahlreiche Lebensräume für Fische, Insekten, Vögel, andere Tiere und Pflanzen verloren.
Jetzt soll ein Teil dieser Vielfalt zurückkehren.
Am 20. August 2026 präsentierte der Kanton Zürich die konkreten Pläne für «Lebendige Limmat».
Auf einem rund 3,2 Kilometer langen Abschnitt soll der Fluss mehr Raum erhalten. Besonders wichtig ist dabei das Gebiet Betschenrohr. Dort soll wieder eine dynamischere, naturnähere Flusslandschaft entstehen.
Das Projekt sieht unter anderem Naturzonen vor, in denen Tiere und Pflanzen Vorrang haben. Gleichzeitig entstehen Bereiche für Menschen und Zonen, in denen Natur und Erholung nebeneinander Platz finden sollen.
Das Ziel ist nicht nur ein schönerer Fluss.
Es geht um Biodiversität.
Die Zahlen zeigen, welche Bedeutung Flüsse und ihre Auen für die Natur haben.
Nach Angaben des Kantons Zürich kommen in natürlichen Flusslandschaften rund 80 Prozent der Tierarten und 40 Prozent der Pflanzenarten der Schweiz vor.
Gleichzeitig sind seit 1850 ungefähr 90 Prozent der ursprünglichen Auenflächen der Schweiz verschwunden.
Eine Aue ist der natürliche Übergangsraum zwischen Fluss und Land. Bei Hochwasser kann sie überschwemmt werden, bei niedrigem Wasserstand wieder trockenfallen.
Gerade diese ständige Veränderung schafft unterschiedliche Lebensräume.
Sand.
Kies.
Flaches Wasser.
Tiefe Stellen.
Ruhige Bereiche.
Schnelle Strömungen.
Aus dieser Vielfalt entsteht Platz für viele verschiedene Lebewesen.
«Lebendige Limmat» soll gleichzeitig den Hochwasserschutz verbessern.
Natürliche Flussräume können Wasser aufnehmen und dem Fluss bei Hochwasser mehr Platz geben. Das Projekt soll außerdem helfen, das Gebiet widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Trockenheit zu machen.
Natur schützen und Menschen schützen müssen deshalb keine Gegensätze sein.
Manchmal kann dieselbe Lösung beides erreichen.
Besonders spannend für Kinder und Familien ist der Themenweg «Lebendige Limmat» zwischen Unterengstringen und Schlieren.
Auf einem ungefähr 3,5 Kilometer langen Rundweg können Kinder und Erwachsene an sechs Stationen spielerisch entdecken, wie natürliche Gewässer funktionieren.
Dabei geht es unter anderem um Biber, Fische, kleine Bewohner des Flusses, Hochwasser und die Frage, warum natürliche Flüsse sogar für unser Trinkwasser wichtig sind.
Der Themenweg ist ganzjährig frei zugänglich.
Warum brauchen Fische nicht überall die gleiche Wassertiefe?
Was könnte mit Insekten und Vögeln passieren, wenn ein Fluss keine natürlichen Ufer mehr besitzt?
Warum kann eine Überschwemmung für Menschen gefährlich, für manche Lebensräume aber gleichzeitig wichtig sein?
Und wenn wir einem Fluss wieder mehr Platz geben:
Welche Tiere könnten zurückkehren?
In Wenn Träume Wirklichkeit werden begegnen Matilda, Emma und Ikam Tieren und entdecken, dass das Verschwinden einer Art häufig nicht allein mit dem Tier selbst zu tun hat.
Entscheidend ist auch die Welt, in der es lebt.
Nahrung. Wasser. Pflanzen. Andere Tiere. Und vor allem: sein Lebensraum.
«Lebendige Limmat» ist ein reales Beispiel aus dem Kanton Zürich dafür, wie Menschen versuchen können, einem veränderten Ökosystem wieder mehr Raum zu geben.
Das Projekt gehört nicht zu Bücher für die Zukunft und es besteht derzeit keine Zusammenarbeit mit «Lebendige Limmat».
Aber genau solche realen Entwicklungen möchten wir bei Bücher für die Zukunft beobachten und Kindern zugänglich machen.
Denn eine der wichtigsten Fragen bleibt:
Was können wir heute tun, damit auch morgen noch Platz für Tiere, Pflanzen und Menschen bleibt?
Quelle: Baudirektion Kanton Zürich / Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL), Projekt «Lebendige Limmat», Medienmitteilung vom 20. August 2026 sowie offizielle Projektinformationen.
Autor: Francisco Cantuarias Rey
Bücher für die Zukunft
www.buecherfuerdiezukunft.ch
Themen: Biodiversität · Limmat · Flussrevitalisierung · Lebensräume · Tiere · Pflanzen · Naturschutz · Umweltbildung · Kanton Zürich · Zukunft
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